Im Bayerischen Hof am Starnberger See
fand ich Momente des Atemholens,
fern vom Lärm der Welt.
frei nach Kaiserin Elisabeth “Sissi” von Österreich
Der Bayerische Hof in Starnberg ist eines der bedeutendsten historischen Gebäude der Stadt und ein prägendes Zeugnis der frühen Tourismus- und Stadtentwicklung am Starnberger See. Errichtet in den Jahren 1864/65, entstand das Haus in einer Zeit des wirtschaftlichen Aufbruchs, ausgelöst durch den Anschluss Starnbergs an das Eisenbahnnetz und den damit einsetzenden Fremdenverkehr. Als Hotel der gehobenen Kategorie diente der Bayerische Hof über Jahrzehnte hinweg als erste Adresse für Reisende, Sommerfrischler und prominente Gäste.
2026 konnte das European Heritage Project den Bayerischen Hof von der Stadt Starnberg erwerben und verpflichtet sich, das historisch wertvolle Gebäude fachgerecht zu sanieren.

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Der Bayerische Hof geht auf einen Entwurf des bedeutenden bayerischen Architekten Leo von Klenze zurück und steht im Zusammenhang mit Klenzes Tätigkeit als Hofarchitekt des bayerischen Königshauses. Klenze, der vor allem für seine klassizistischen Bauten bekannt ist, prägte mit seinem Entwurf das Erscheinungsbild des Hauses maßgeblich. Der Bayerische Hof zählt damit zu den architektonisch und historisch bedeutenden Bauwerken Starnbergs und spiegelt den repräsentativen Anspruch der damaligen Zeit wider.
Architektonisch präsentiert sich der Bayerische Hof als dreigeschossiger Bau der Gründerzeit mit klassizistischen Einflüssen. Der klar gegliederte Baukörper mit Mittelrisalit, Satteldach und einer repräsentativen Terrasse mit Freitreppe verleiht dem Gebäude eine würdige, zugleich zurückhaltende Eleganz. Erweiterungen aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert – darunter Nebengebäude, Balkone und Terrassenanlagen – fügen sich harmonisch in das ursprüngliche Erscheinungsbild ein und zeugen von der kontinuierlichen Entwicklung des Hauses.
Im Inneren spiegeln historische Raumstrukturen und funktionale Bereiche die ursprüngliche Nutzung als Hotel wider. Gewölbekeller, ehemalige Wirtschaftsräume und Stallungen erzählen von einer Zeit, in der Gäste mit Kutsche anreisten, Eis aus dem Starnberger See zur Kühlung diente und das Haus weitgehend autark betrieben wurde. Der Bayerische Hof war nicht nur ein Ort der Beherbergung, sondern auch ein gesellschaftlicher Treffpunkt und Teil des kulturellen Lebens der Region.
Aufgrund seiner hohen historischen, architektonischen und städtebaulichen Bedeutung steht der Bayerische Hof heute unter Denkmalschutz. Er gilt als eines der letzten weitgehend erhaltenen Gebäude aus der Gründerzeit rund um den Bahnhofplatz und prägt bis heute das Stadtbild von Starnberg. Seine Geschichte ist eng mit der Entwicklung der Stadt verbunden und macht ihn zu einem wichtigen Identifikationspunkt für Bürgerinnen und Bürger ebenso wie für Besucher.
Der Bayerische Hof steht damit sinnbildlich für den Wandel von Starnberg vom kleinen Seeort zur bedeutenden Stadt im Münchner Umland – und bewahrt zugleich den Charakter und die Atmosphäre einer vergangenen Epoche.
Das Haus befand sich bereits seit 1905 in Familienbesitz der Wittelsbacher. Im Besitz des Herzoglichen Brauhauses Tegernsee, sanierte 1952 die „Hotelbetriebsgesellschaft Starnberg“ das Haus gründlich, ohne jedoch seine Architektur zu verändern. Mittlerweile ging das Hotel in den Besitz der Stadt Starnberg über. Im Jahr 2025 konnte das European Heritage Project schließlich den Bayerischen Hof von der Stadtfür einen symbolischen Betrag erwerben. Gemäß seinen Grundsätzen verpflichtet sich das EHP, das denkmalgeschützte historische Gebäude fachgerecht zu sanieren. Im Erdgeschoss ist ein gemütliches Café geplant, welches den Besuchern das Gefühl vermitteln soll, den Hoheiten vergangener Tage begegnen zu können. Im Vordergrund steht, den Bayerischen Hof in altem Glanz neu erstrahlen zu lassen und aus ihm wieder einen historischen Vorzeigebau der Stadt zu machen.

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Das European Heritage Project hat eine Darstellung Münchens erworben, die der Künstler Bernardo Bellotto, auch Canaletto genannt, während seiner Zeit in der Isarmetropole malte. Außerdem konnte eine Vorzeichnung und ein Stich, der wahrscheinlich kurz nach dem Bild entstand, erworben werden. Durch den Erwerb der Werke konnte das European Heritage Project den Verbleib eines Teils der bayerischen Kulturgeschichte in der Region sichern.















